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Anja M. Bönsch

Autorin

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"Ich habe keine Zeit, da mir unwichtige Dinge wichtiger sind....!"

25.09.2015

 

 

Neulich in der Straßenbahn führte ich ein tolles Gespräch mit einem Fahrgast. Ich persönlich fand es sehr schade, dass dieser Mensch nach ein paar Stationen wieder aussteigen musste. 

 

Ich stellte fest, ich konnte dieses angenehme Gespräch nur führen weil ich einmal mein Handy in der Handtasche lies.

 

In dem Gespräch ging es um Höflichkeit in der Gesellschaft und auch um Zeit wieder für sich selbst zu haben. Wir beide stellten fest, dass wir unsere gegebene Zeit mit viel zu viel unwichtigen Dingen vertrödeln.

Alles nur noch virtuell, oder was...?

 

In meiner Küche hängt folgendes Bild: „Nimm dir Zeit glücklich zu sein!“ Als Hintergrund sind Steine abgebildet. Das Symbol der Ewigkeit und Festigkeit. Sie strahlen Ruhe sowie Frieden aus und zeigen mir, dass ich genauso, wie die Steine im Hintergrund, eine Festigkeit in meinem Tagesablauf einplanen soll. Sie zeigen mir auch, dass es wichtige Dinge in meinem Leben gibt.

Ein Stein ist gleichzusetzen mit einem Felsen. Dieser sollte eigentlich nicht zu übersehen sein - der Halt in der Brandung des Lebens. Ein Mensch muss nur den Blick darauf zulassen.

 

Ich gebe zu: Ich befolge den Ratschlag des Bildes auch nicht allzu oft. Ich hetze momentan viel von Termin zu Termin und bin viel zu sehr mit anderen, unwichtigen Dingen beschäftigt, als mir Zeit für mich und meine eigenen Bedürfnisse zu nehmen.

 

Dabei bedeutet Zeit doch in der heutigen Welt viel Luxus. Zeit zu haben und auch zu nehmen. Doch auch ich merke, dass ich viel zu viel Zeit mit unwichtigen Dingen vertrödle, als mich um die wichtigste Person im Leben zu kümmern – nämlich um mich!

 

Auch mein persönliches Mahnmal in der Küche lässt mich viel zu oft kalt. Ich will es ändern, doch lasse ich es irgendwie nicht zu. Immer wieder fordern mich andere, evtl. unwichtige Dinge, den Tagesablauf anders zu strukturieren. Viel zu leicht lasse ich mich von unwichtigeren Dingen einfach zu schnell ablenken.

 

Doch wofür haben oder nehmen wir heute eigentlich noch Zeit? Können wir in unserer Tagesplanung überhaupt noch alles unterbringen, was heute von uns gefordert wird?

Was ist uns wirklich wichtig geworden? Ist unser persönliches, soziales Umfeld gleichzusetzen mit der virtuellen Freundewelt?

 

Oft höre ich mittlerweile den Satz: „Ich habe keine Zeit!“ Dieser Satz kann viel bedeuten. Entweder ist der Mensch gerade wirklich mit anderen, wichtigen Dingen beschäftigt, oder er hat für seinen Gegenüber, just in Time, kein Interesse. Die einfachste Ausrede sich gerade nicht mit den oder dem Menschen befassen zu wollen. Doch dann wendet sich genau diese Person dem Handy zu. Dafür ist ja schließlich immer Zeit! Diese muss man sich einfach nehmen! Viel zu wichtig ist dieses Medium für uns geworden.

 

Die heutige Technik ermöglicht uns eine grenzenlose Erreichbarkeit. Wenn auf unserem Handy nichts zu finden ist, dann haben wir meistens eine Aufforderung auf dem PC zu agieren.

Und ist gerade einmal dort Ruhe, dann klingelt vielleicht auch noch das Festnetztelefon und der Anrufer will uns suggerieren, dass ohne den gerade angebotenen Handyvertrag und super tolle neue Handy wir nichts Wert in der heutigen Gesellschaft sind. Bei mir sind gerade Anrufe aus dem HD-Bereich ganz aktuell. Braucht doch eigentlich kein Mensch, oder doch?

 

Auch investieren wir viel Zeit mit der „daddelei“. Ich nenne es mal einfach „tote Kommunikation.“

Oder ist es wirklich so wichtig geworden, „den Furz bei C&A im Fahrstuhl“ in den Sozialen Netzwerken zu posten? ´Vielleicht bekomme ich damit ja diesmal die 100-er „Gefällt mir“-Marke geknackt`, scheinen viele zu denken. "Gefällt mir" sind zum Statussymbol geworden!

 

Einige meiner virtuellen Freunde in den Sozialen Netzwerken haben es mit Sicherheit schon gemerkt. Ich habe mich dort in der letzten Zeit sehr rar gemacht - und das mit Absicht.

 

Ich habe wieder andere, wichtigere Dinge für mich neu entdeckt. Oft sitze ich mittlerweile in den Cafés der Stadt und schaue den Menschen bei der dummen „daddelei“ mit ihrem Handy zu.

 

Manchmal habe ich auch Glück und jemand setzt sich zu mir an den Tisch und es entsteht dann ,in den meisten Fällen, ein sehr tolles und nettes Gespräch.

Dann ist die Zeit da und ich lege meinen Notizblock an die Seite. Mir ist mein Gegenüber wichtiger und ich nehme mir dann auch Zeit und höre zu.

 

Viele interessante Geschichten habe ich mitgeteilt bekommen und manch ein Mensch fand es auch wirklich schön, sich wieder mit einer „echten“ Person zu unterhalten.

 

Das ist dann der Moment, den mein Mahnmal, das Bild in der Küche, mitteilen möchte. „Lege einfach mal deinen Kram weg und kümmere dich um die reale Welt!

 

Ich habe es probiert und siehe da – es funktioniert! Wenn auch in vielen Fällen sehr zögerlich von den Mitmenschen. Doch auch einige Personen scheinen es bemerkt zu haben, dass es doch viel interessanter ist, sich mit einem Menschen, anstatt mit „toter Kommunikation“ zu befassen.

 

Ich kann nur empfehlen es wirklich einmal zu probieren. In ein Café setzen, Handy, Tablet oder was auch immer, einmal an die Seite legen, jemanden anzulächeln und zu signalisieren: „Ich freue mich auf ein nettes Gespräch mit dir!“

 

Auch für mich, als sehr schüchterner Mensch, klappt es, und ehrlich das ist doch das, was mein Bild in der Küche sagen möchte. „Sei mal wieder glücklich!“

 

Auch ertappe ich mich mittlerweile, dass ich die Geräte ausschalte, nicht beachte und mich nur um mich kümmere. Ich entspanne dann. Ich mache es nicht aus purem Egoismus, sondern weil es mir damit gut geht und das ist doch das Wichtigste in unserem Leben. Tue das, was dir wirklich guttut, damit es dir auch gutgeht! Auch wenn man sich erst wieder daran gewöhnen muss.

 

Es ist leichter, als man denkt.

 

In diesem Sinne.

 

 

© 2015 Anja M. Bönsch

 
 
 

 

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