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Anja M. Bönsch

Autorin

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Ich verspreche dir...

 

31.07.2015

Versprechen sind schnell ausgesprochen, diese auch einzuhalten, dass ist eine Kunst!

 

Neulich im Fitnessstudio war es morgens sehr unaufgeräumt. Überall lagen Gewichte herum und an vielen Geräten mussten diese erst beiseite geräumt werden, um trainieren zu können.

 

Ich erwischte einen Mittrainierenden, wie er einfach alles liegen ließ und sprach ihn daraufhin auf die Missetat an. „Ich räume es sofort weg. Versprochen!", war seine Antwort.

 

Ich trainierte zwischenzeitlich an einem anderen Gerät und als ich an diesen Platz zurückkam, lag immer noch alles auf dem Boden, wie er es verlassen hatte.

Mir blieb also nichts anderes übrig, um an diesem Platz trainieren zu können, als aufzuräumen. Während ich die Gewichte und Hanteln an den vorgesehen Platz räumte, fiel mir hierzu diese kleine Geschichte ein.

 

Das Rezept:

 

5 kg. Gewicht – leichte Versprechen

30 kg. Gewicht – große Versprechen

 

Alles verrühre man zu einem Brei und dann kommt eine kleine, nach Tatsachen, wahre Geschichte heraus.

 

Leere Versprechen

 

Werbung ist heute wirklich überall präsent. In Apps, Emails und natürlich im Kino, Fernsehen sowie Plakaten.

 

Viele Werbeversprechen sind so unglaublich, dass der Konsument diese wieder glaubt.

 

Mir ist klar, dass ich nicht schon Morgen eine Bikinifigur habe oder Tiefkühlpizzen auch nicht so wirklich wie beim Italiener schmecken.

 

Auch ich bin einem solchen Werbeversprechen erlegen.

 

Da mein Haus- und Hoffriseur keine Zeit hatte, meine Haare zu blondieren, sondern diese nur zu schneiden, habe ich mir ein Haarblondierungsmittel gekauft. Dieses Produkt preist sich in der Werbung „...durch Friseurqualität zum erschwinglichen Preis an.“

 

Teuer war das Produkt wirklich nicht. Jedoch ließ es mein Markenzeichen, die wasserstoffblonden Haare, im wahrsten Sinne des Wortes blau/gelb werden.

 

Als ich das Handtuch vom Kopf nahm und in den Spiegel sah, blickte mich „Schlumpfine“ an. Auch sind meine Haare total abgebrochen.

 

Jetzt half mir nur noch der Totalcut und eine neue Haarfarbe. Meine Nichte, Gesellin des Haarfachhandwerkes, half mir sofort aus dieser Misere. Ihr ist dieses Problem mit dem Haarprodukt bestens bekannt und rührte auch schon die Notfärbung an. Nur jetzt ist mein Markenzeichen für längere Zeit mahagoni und mein Schnitt jetzt Pixie.

 

Trotzdem bin ich froh und ich danke ihr sehr, mich sofort und unkompliziert wieder herzustellen. Nur muss ich mich jetzt an meine neue Haarfarbe gewöhnen. Gut, das ist jetzt meine Sache, jedoch immerhin doch besser als Maskottchen des hiesigen Karnelvalvereins aufzutreten; zumal Karneval gar nicht mein Ding ist.

 

Wie viel Gewicht soll ich diesem Versprechen geben? Ich denke, da reichen 5 kg. Natürlich ist es ärgerlich, es gibt doch weit aus schlimmeres. Mir ist klar geworden: An meine Haare lasse lasse ich zukünftig nur noch Profis und für eine Bikinifigur habe ich mit viel Sport 1,5 Jahre gebraucht.

 

Aber es geht auch anders:

 

"Anja, gestehe es dir ein. Deine Mühle taugt nichts mehr! Du hast vielleicht einen lahmen PC!" Die Feststellung eines guten Freundes von mir. Meine Standardantwort: "Ich weiß, jedoch für eine Neuanschaffung bin ich geldbörsentechnisch momentan echt zu geizig!"

Ich erntete immer einen mitleidigen Blick. Mein PC ist nicht der schlechteste, aber auch nicht der Beste.

 

„Du weißt, ich schraube gerne PC´s zusammen und du bekommt von mir einen, der dich wirklich wieder vernünftig arbeiten lässt. Dauert nur etwas!“, war sein Versprechen.

 

Ich glaubte und dachte nicht mehr an sein Versprechen. Dieses war schon vor ein paar Monaten gegeben worden. Doch vor ein paar Tagen klingelte es ganz unerwartet bei mir.

 

An der Tür: Mein guter Freund und Bekannter und unter dem Arm: Ein Tower.

„So, da bin ich. Von mir persönlich getestet, an die totalen Leistungsgrenzen gebracht und für sehr gut befunden!“, strahlte er mich an.

 

Er hatte auch gleich das neue Betriebssystem mitgebracht. „Das sponsore ich meiner Lieblingsautorin!“ Flugs war er in meinem Arbeitszimmer und schon wurde verkabelt und installiert.

 

Vollkommen sprachlos stand ich daneben und hatte wirklich einen Kloß im Hals. Vor Rührung.

 

Nach einiger Zeit war dann die Arbeit getan und er strahlte mich an. „Alles Bestens, der rennt super!“

 

Immer noch gerührt stand ich neben ihm und gab ihm einen freundschaftlichen Kuss auf die Wange.

 

Ich wusste nicht, wie ich mich bei ihm bedanken sollte und auch konnte.

 

Er merkte es. „Mensch, mache dir darüber keinen Kopf! Weißt du, was du schon alles für mich getan hast? Ich habe es dir doch Versprochen!“

 

Und da genau ist der Knackpunkt. Dieses Versprechen hat sehr viel Gewicht und ich gebe diesem 30 kg. Ich hätte mir zwischenzeitlich selbst einen neuen PC kaufen können. Dann wäre seine Mühe umsonst gewesen.

 

Bei der Verabschiedung wollte ich ihm wenigstens das Betriebssystem bezahlen. Doch er lehnte ab. Ich lud ihn zum Essen ein. „Willst du mich beleidigen!“, war seine schroffe Antwort zurück.

 

„Mir haben die Teile, die ich für den Computer nachträglich eingebaut habe, nichts gekostet und das Betriebssystem habe ich dir sehr, sehr gern geschenkt. Es reicht jetzt! Mir war es nur wichtig, mein Versprechen an dich zu halten!“, sagte er mir bei der Verabschiedung.

 

Genau! Es ist wirklich wichtig, sich an seine Worte auch zu erinnern. Denn wer eine Person schätzt oder auch liebt, nimmt ausgesprochene Sätze und Versprechen sehr, sehr ernst.

 

Viel zu leichtsinnig versprechen viele Menschen, ohne sich daran zu halten.

Traurig - aber leider wahr!

 

Denn ich persönlich finde es schade, dass schon ein sehr einfaches Versprechen an einen Menschen nicht ernst genommen wird. Denn, wenn wieder etwas Versprochen wird, dann sollte man sich auch über die Konsequenzen im Klaren sein.

 

Ich persönlich nehme manche Menschen, gerade durch leere Versprechen und Äußerungen, nicht mehr Ernst. Ich kann es einfach nicht mehr.

 

 

 

© 2015 Anja M. Bönsch

 

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