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Anja M. Bönsch

Autorin

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"...pfui, du bist "anders"...!"

 

 

17.06.2015

 

Im Mittelalter wurden Menschen, die "komisch" waren, an den Büßerpfahl gebunden. Aus Angst vor der eigenen Courage!

Wie lange hätte ich wohl bekommen? Drei Tage oder drei Jahre?

 

 

 

 

Die dunkle Seite

 

„Die hat ja Depression!“, sagen die „Anderen“.

 

Ja, habe ich! Und ich stehe dazu! Was bleibt mir auch anderes übrig?

 

 

 

Jeden Tag stelle ich mich dieser heimtückischen Krankheit mit allen Facetten. Einem Dämon.

 

Ich kämpfe! Ich kämpfe gegen mich selbst!

 

An vielen Tagen schaut mein Gesicht versteinert, traurig und sogar böse aus. Doch innerlich lache und weine ich zugleich. Für einen Menschen, der das noch nie gefühlt hat, unvorstellbar.

Beide Emotionen zeitgleich. Es zerfrisst mich und kostet sehr viel Kraft.

 

Es ist für das Umfeld nicht nachvollziehbar, warum ich gerade gerade noch gelacht habe, und im nächsten Augenblick weine, oder das Gesicht und die Mimik versteinert sind.

 

Es sind zwei Seelen, die ich in mir habe.

Eine fordert eine absolute Teilnahme an all den schönen Dingen des Lebens und die andere Seele fordert den totalen Rückzug.

Es ist ein immerwährender Krieg in mir.

 

Leider wird es meistens nicht, oder nur teilweise verstanden.

„Aha“, ist dann meistens die Antwort und mein soziales Umfeld gibt vor, zu verstehen. Doch es wird meistens nichts verstanden.

Stattdessen wendet man sich ab, da die Menschen damit schlicht und einfach überfordert sind.

Warum soll ein Mensch denn ausgerechnet dafür Verständnis zeigen? Darüber nachzudenken macht einfach zu viel Arbeit.

 

Viel lieber wendet sich ein Mensch den „Normalen“ zu.

„Du bist mir einfach viel zu anstrengend!“, geben die Leute mir dann zu verstehen.

 

Es macht mich traurig, wütend und auch nachdenklich.

 

Laut der Gesellschaft fehlt einfach der Perfektionismus beim Betroffenen. Doch woher wollen es den die „Normalen“ wissen?

 

Es fehlt mir nicht an Freundlichkeit, Disziplin und Organisation des Lebens! Es geht halt manchmal nur etwas langsamer. Zu sehr lähmt dieser Dämon meinen Körper.

 

Lieber fliehen die „Anderen“ vor mir und doch letztendlich auch vor sich selbst!

 

Aus Unsicherheit folgen bösartige Stigmatisierung und Bloßstellung, um das eigene Gesicht zu wahren.

Ich finde mit der Bloßstellung möchten die Leute doch nur ihre eigenen Schwäche und Angst verbergen. Das ist schwach!

 

Denn wer in schlimmen Zeiten, trotz Traurigkeit und Lethargie ein Lachen zeigt, sogar Trost und Aufmunterung spendet, hat doch viel mehr Mut, Stärke, Kraft und Achtung.

Und wer seine momentane Gefühle zeigt, wirken diese auch auf das Umfeld nicht schön, beweist doch mehr Selbstbewusstsein, als viele es sich vorstellen können.

 

Und so kämpfe ich weiter und meine, durch diese teuflische Krankheit große Sensibilität, wird mir weiterhelfen, meinen weiteren Lebensweg zu gehen.

 

Ich habe Depressionen, doch schaue ich NICHT mehr zu, wie ich innerlich sterbe!

 

Ich bin durch diese Krankheit erschöpft, doch gehe ich STARK aus diesem tiefen Tal heraus.

 

Eine Erfahrung, ist diese noch so bitter und schlecht, die mich prägt und stärker gemacht hat.

 

Weil – wer einmal in diesem tiefen Tal war hat auch die dunkle Seite gespürt und dieses lässt mich wieder leben und über mich weit hinausgehen.

Denn: Aus jeder Krise geht ein Mensch gestärkt heraus und lernt.

 

Diese Erfahrung ist etwas besonderes und hat mich weiter wachsen lassen.

 

Ich bin bereit! Bereit für das nächste Dilemma des Lebens. Der Dämon hat es mir gelehrt und mich für die nächste Schlacht des Lebens gestärkt.

 

Auch wenn ich diese Kampfbereitschaft nicht immer spüre, weiß ich, dass sie da ist.

 

Und das ist gut so!

 

Erst durch die Einsamkeit findest du wieder Geselligkeit.

Und durch Ruhe erträgst du wieder den Lärm – den Lärm der Depression.

 

 

© 2015 Anja M. Bönsch

 

 

 

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