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Anja M. Bönsch

Autorin

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Harte Arbeit - oft Unbelohnt!

23.04. 2015 

Der Wert eines Arbeiters

 

Vor ein paar Tagen las ich bei Facebook einen Post, der mich traurig, wütend und auch sehr nachdenklich machte.

 

Dieser Post beinhaltete den Wert eines Hauses und der Besitzer. Folgendes wurde gepostet: Ein Arzt und ein Türke sind Nachbarn mit dem baugleichen Haus. Der Türke sagt zu dem Arzt: „Mein Haus ist mehr Wert als dein!“ Daraufhin fragte der Arzt: „Wieso?“

Daraufhin antwortete der Türke: „Ich wohne neben einem Arzt und du nur neben einem Türken“.

 

Fassungslos las ich diesen Post. Mir blieb die Spucke weg. Es wurde von einem türkischen, jungen Mann veröffentlicht.

 

Sehr nachdenklich loggte ich mich bei Facebook aus. Also ist ein deutscher Arzt mehr Wert als ein türkischer Mann, der auch hart in Lohn und Brot steht! Ich meine, wenn doch beide ein Haus gekauft haben, dann gehen doch beide einer soliden Arbeit nach. Nur mal kurz nachgedacht.

 

Aber – Wie viel ist ein hart arbeitender Mensch, egal welchen Beruf er ausübt, wert?

 

Ich persönlich bin jahrelang auch einer Arbeit nachgegangen, die keinerlei Respekt in der Gesellschaft zollt. Mit Verlaub, bis zu einem gewissen Grad hat mir meine Arbeit auch wirklich sehr viel Spaß gemacht. Ich erledigte meinen Job tagtäglich als Call-Center Agentin.

 

Jeden Tag beantwortete ich Fragen und bearbeitete die Belange der Anrufenden. Oft konnte ich helfen und viele Hilfesuchende beendeten sehr dankbar das Gespräch.

 

Nur wurde der Ton in der Vergangenheit immer rauer und viele Menschen zeigten für mich und meiner Arbeit keinerlei Respekt mehr. Ich stellte fest, gerade die Akademiker oder die Leute, mit denen es der Beruf gut gemeint hat, erwiesen mir und meiner Arbeit nicht ein klein wenig Dankbarkeit.

Gerade die Menschen, die einen akademischen Grad oder Titel vorweisen konnten, waren die, ich nenne es einfach mal bewusst salopp, Dummen.

 

Ein höher gestellter Beruf sagt nichts über sein Verhalten, in der jeweiligen Situation aus.

 

Jedoch finden wir, als Gesellschaft, es selbstverständlich, dass der Müll von der Straße geräumt wird. Das an öffentlichen Plätzen Reinigungskräfte ihren Dienst tun, damit der Platz an dem man sich gerade befindet, sauber ist.

 

Auch finden "höher" Beschäftigte es selbstverständlich, dass in einem Fastfood-Restaurant der Mitarbeiter ein Lächeln zeigt und ihn freundlich und höflich bedient.

 

Das genau diese Menschen an der Grenze zur Armut, zum Mindestlohn hart arbeiteten, versteht sich hier von selbst.

Doch genau diese Menschen leisten den höchsten Beitrag in unserer Gesellschaft. Trotzdem werden sie mit Hohn und Spott, für ihre teilweise, doch rüden Arbeitsbedingungen, überhäuft.

 

Durch meine Beobachtungen in den letzten Monaten stellte ich fest, werden Menschen im unteren Jobsegment teilweise, wie der letzte Dreck behandelt.

 

Als ob genau diese Menschen nichts Wert sind, obwohl sie genauso viel in der Gesellschaft beitragen, wie jeder andere, mit dem es das Schicksal im Beruf besser meint.

 

Warum? Ich kann darauf keine Antwort geben.

 

Ich danke immer der Toilettenfrau, den Reinigungskräften und jedem anderen Menschen, der seinen Beitrag zum Funktionieren unserer Gesellschaft leistet. Warum sollte ich unhöflich sein? Warum sollte ich gegenüber dieser Person respektlos sein?

 

Eines sollte uns allen klar sein. Ohne diese Menschen ganz unten, wären einige nicht ganz oben.

 

Und ohne die Menschen, die einen manchmal wirklich sehr harten und unangenehmen Job machen, würde unsere ganze Gesellschaft nicht funktionieren. Das sollte sich wirklich jeder hinter die Ohren schreiben, bevor wieder einmal geurteilt und abgewatscht wird.

 

Irgendwann braucht vielleicht jeder einmal einen Menschen, der sich um einen kümmert und einem Doktor oder höher gestellten Arbeitenden, den Hintern abwischt!

 

Und dann sind diese Menschen sehr froh, dass es Leute gibt, die diese Arbeit gerne machen und auch ihren Beitrag in der Gesellschaft leisten.

 

So oder so, jeder ist wichtig und wertvoll, egal was er arbeitet.

 

Und bevor wieder geurteilt wird, sollte jeder einmal genau darüber nachdenken. ´Wie viel leiste ich denn in der, in unserer Gesellschaft?`

 

Ich denke, das ist vielen noch gar nicht klar geworden.

 

 

© 2015 Anja M. Bönsch

 

 

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