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Anja M. Bönsch

Autorin

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Lange nicht mehr gesehen - trotzdem wiedererkannt...

07.05.2015

 

Der Mut und die Zuversicht in uns

 

 

Lange nicht mehr gesehen- trotzdem wiedererkannt....

 

Dieser Satz ist schnell ausgesprochen. Doch er beinhaltet weit mehr Sinn, als viele es sich je vorstellen mögen.

 

 

Manchmal spielt das Schicksal im Leben mit einem Menschen Streiche.

Es war sehr merkwürdig, doch genauso passiert.

 

In ein paar Tagen werde ich mich komplett von der Welt ein wenig abschotten. Ich werde mich in eine Klinik, meine Gesundheit ist momentan nicht zum Besten bestellt, begeben. Ich hoffe sehr, dass ich nach dem Aufenthalt wieder einige Lebenspläne in die Tat umsetzen kann. Momentan fehlt mir eindeutig die Kraft dafür.

 

Gestern machte ich, für die sechs Wochen, die ich nicht zu Hause sein werde, auf dem Weg um noch ein paar Einkäufe zu erledigen.

 

Nachdem ich alles Benötigte besorgt hatte, ging ich noch im Einkaufszentrum des Stadtteils ein wenig bummeln. Wehmütig dachte ich dabei an eine Freundin. ´Was sie wohl gerade macht?`

 

Genau in diesem Moment lief sie mir über den Weg. Ich muss gestehen, ich schaute zweimal hin, bevor ich sie dann ansprach. Ihre Frisur war mir fremd und auch hat sie sehr stark abgenommen. Sie erkannte mich auch nicht sofort. Auch sie war zu sehr in ihren Gedanken versunken.

 

Wir freuten uns, nach vielen Monaten, auf ein spontanes Wiedersehen und gingen sofort einen Kaffee trinken. Zuviel ist in den letzten Wochen passiert. Wir wollten uns in Ruhe ein wenig unterhalten und unsere Neuigkeiten austauschen.

 

Meine Freundin haut im Leben nichts um. Viele Schicksalsschläge hat sie gemeistert, das Leben meinte es auch nicht immer gut mit ihr. Doch immer wieder stand sie auf, spuckte in die Hände und nahm die neue Herausforderung an. Ein richtiges Stehaufmännchen. Wo andere sich längst aufgeben, beißt sie sich erst richtig rein. Eine Tugend in ihr, die ich immer auf äußerste bewundert habe und nach wie vor immer noch sehr schätze.

 

Doch was ich dann erfuhr und auch sah, ließ mir förmlich das Blut in den Adern gefrieren.

 

Meine Freundin hat Krebs und durch die Chemotherapie verlor sie alle Haare. Auch ihr Körper wirkte durch die ganze Krankheit ausgezehrt und müde.

 

Jedoch gibt sie sich nicht auf. Ihre Augen drückten einen unbändigen Lebenswillen und Bereitschaft für den nächsten Kampf aus. Sie hat ihre Schlacht nicht aufgegeben. Das ist meine Freundin, wie ich sie kenne und schätze.

 

Wir erzählten, was uns gerade im Moment bewegt und es ergab sich ein nettes und wie immer, ein vertrautes Gespräch.

 

Sie vertraute mir viele ihrer Sorgen an. Meine eigene Krankheit kam mir auf einmal wirklich klein und nichtig vor.

 

Immer wieder stellte ich mir eine Frage in meinen Gedanken: ´Wie würdest du jetzt reagieren? Würdest du dich auch so kampfbereit dieser teuflischen Krankheit gegenüber zeigen? Hättest du noch den Mut weiter zu machen und zu kämpfen?`

 

Ich kann darauf keine Antwort geben. Das ist die gleiche Frage: Wie reagiert ein Mensch auf einen plötzlichen, sehr großen Geldgewinn. Ich würde.... - aber ob es dann genau, wie man es sich vorgenommen hat, auch ergibt, dass weiß nur das vorbestimmte Schicksal. Jeder Mensch reagiert anders.

 

Auch bei mir ist zu viel im Leben passiert und ich weiß nicht um meine persönliche Kampfbereitschaft. Ich denke, ich würde es auch genauso mit dieser heimtückischen Krankheit aufnehmen.

 

Das schönste an diesem Mittag, was sie mir zeigte, war ein immerwährendes Lächeln. Das zeigte mir, auch sie glaubt an ihre Kämpfernatur und das sie (ich hoffe es sehr) sich nie aufgeben wird und will. Das zeigte mir auch, dass ich mich auch nicht aufgeben soll, egal wie groß oder klein meine persönlichen Sorgen momentan sind. Und das ich eines nicht verlieren soll. Meine Zuversicht.

 

Genau das wünsche ich allen Lesern auch. Egal, was Sie gerade bedrückt. Mobilisieren Sie Ihre Reserven und gehen Sie in Ihre Schlacht. Es lohnt sich. Es lohnt zu kämpfen und weiterzumachen. Meine Freundin ist der beste Beweis dafür.

 

Auch ich habe durch dieses zufällige Treffen wieder etwas Kraft gefunden und werde mich meiner nächsten Schlacht stellen und kämpfen.

 

Ich wünsche meiner Freundin, und das von ganzem Herzen, dass sie diese Schlacht ihres Lebens erneut gewinnt und gestärkt aus dem Ganzen hervorgeht.

 

Das wünsche ich natürlich auch allen Lesern, denen es gesundheitlich momentan nicht gut geht.

 

Willst du deinen inneren Frieden, musst du Krieg mit dir führen – auch wenn die Schlacht hart und grausam ist.

 

In diesem Sinne.

 

© 2015 Anja M. Bönsch

 

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