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Anja M. Bönsch

Autorin

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Ein kleiner Ausschnitt aus meinem Buch. Ich wünsche viel Spaß...

 

...Sie sitzt in der Küche und raucht eine Zigarette. Sie ruft ihre Mutter an und fragt nach, ob sie die nächsten Nächte bei ihr verbringen kann. Ihr geht es immer noch elendig und sie möchte heute Abend auf gar keinen Fall hier in ihre Wohnung zurückkommen und allein sein. „Kind, du klingst gar nicht gut. Ich mache mir ernsthaft Sorgen um dich. Natürlich kannst du zu mir kommen. Jetzt wo Vater tot ist, bin ich auch viel allein“. Ihre Mutter hört sofort, dass etwas nicht stimmt.. „Wann bist du denn da?“ Sie ist voller Sorge „ Mom, ich muss bis achtzehn Uhr arbeiten und brauche bei dem Verkehr circa eine Stunde zu dir. So gegen sieben Uhr bin ich dann da.“ Maria kann die Tränen in ihrer Stimme kaum zurückhalten. „Ist gut ich mache dir dann dein Zimmer zurecht. Ist es nur für heute Nacht? Marias Mutter klingt, als ob sie jeden Augenblick durch die Telefonleitung, vorbeikommen möchte. „Mama gehen auch drei bis vier Nächte? Ich meine, ich brauche dich. Ich habe ich großen Bockmist gebaut.“ Maria weint. „Was ist denn los Kind? Du bist ja vollkommen neben dir. Soll ich nicht doch noch kurz vorbeikommen? Ich kann in einer halben Stunde, mit dem Fahrrad, da sein.“ In Marias Ohren klingt die Sorge ihrer Mutter vorwurfsvoll. „Nein brauchst du wirklich nicht. Ich erzähle dir heute Abend, was passiert ist. Mom hörst du, ich bin soweit OK.“ Maria verabschiedet sich von ihrer Mutter und verspricht pünktlich zu sein. Ihr ist immer noch schwindlig und sie kann sich kaum auf den Beinen halten, als sie sich auf den Weg ins Bad macht, um ausgiebig zu duschen. Der Boden schwankt und es scheint, als kommen die Wände auf sie zu. Der kurze Weg über den Wohnungsflur kommt ihr wie ein Marathon vor. Jeder Zentimeter der Strecke wird zum Kilometer. Endlich ist sie im Bad angekommen und sie stellt sich unter das heiße Wasser. Es tut ihr gut. Die Sehnen und Muskeln entspannen. Als sie mit ihrer ausgiebigen Dusche fertig ist, geht es ihr ein klein wenig besser. Der Druck im Kopf und der Schwindel haben nachgelassen und sie will sich mit ihrer Bodylotion eincremen. Der Geruch der Lotion und die Flasche wecken in ihr wieder böse Erinnerungen. Sie nimmt eine neue Flasche einer anderen Marke und benutzt diese. Die gestern benutzte Lotion wirft sie in den Abfallkorb des Badezimmers. Die Schnitte an ihrer Brust und Oberschenkel rufen die Gefühle und Erinnerung der letzten Nacht wieder auf. Sie sind nicht tief. Nur oberflächlich und sie werden in ein paar Tagen rückstandslos wieder verheilt sein. Sie zittert wieder und auch der Schwindel scheint wieder stärker zu werden. `Ich kann unmöglich die fünfzig Kilometer in diesem Zustand nach Krefeld fahren`, denkt sie sich. ´Aber es muss gehen. Ich kann nicht schon wieder ausfallen. Es muss gehen! Du kannst es, du bist stark!`, muntert sie sich in Gedanken auf. Sie geht ins Schlafzimmer und zieht sich an. Sie nimmt eine dunkelblaue Jeans, eine weiße Bluse und eine dunkelblaue Strickjacke aus dem Schrank. Ihren weißen Lieblingsseidenschal hat sie auch aus der Kommode genommen. Dunkelblaue Westernstiefel mit höheren Absätzen runden ihr Outfit ab. Sie packt ihre kleine Reisetasche mit Sachen für den Aufenthalt bei ihrer Mutter. Ihr ist schon wieder übel und die Schweißdrüsen haben ihre Produktion wieder vollständig aufgenommen. Schweißperlen stehen auf ihrer Stirn und die Körperflüssigkeit läuft ihr in Bächen den Rücken herunter. Sie hat alles gepackt und ihr Bett frisch bezogen und gemacht. Sie geht zurück in die Küche, und versucht etwas Toastbrot in sich hineinzuwürgen. Sie isst die Scheiben trocken und ihr Magen gibt sich mit der Füllung zufrieden. Er rebelliert nicht mehr so stark....

 

Foto/Illustration Buchcover: Michael Ferlings

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